Pfarrkirche St. Bartholomäus
Bedingt durch die Lage an der Römerstraße durch das Kinzigtal, kann
Ortenberg auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückschauen. Ortenberg lag im Klostergebiet von Gengenbach, mit dem es 1007 an das Hochstift Bamberg und danach unter die Herrschaft der Zähringer
und die Grafen der Ortenau kam.
1167 ist zum ersten Mal von Ortinbuch (Ortenberg) die Rede.
Es gibt Anhaltspunkte für die Annahme, dass die Bühlwegkirche
(Kirche von Käfersberg) im frühen Mittelalter die Urpfarrei für das
ganze Gebiet der bäuerlichen Marktgenossenschaft KinzigdorfGriesheim
war; später zog die Stadt Offenburg allerdings die Pfarrrechte
ein.
Im 12. Jh. erbauten die Grafen der Ortenau die auf einem Sporn
gelegene, aus Ober- und Unterburg bestehende Burg Ortenberg, die
den Zähringern, dann den Staufern, schließlich dem Bischof von
Straßburg als Landesherrn unterstand.
1233 ist die erste Erwähnung eines Vogtes in Ortenberg zu verzeichnen.
Das Dorf entstand wohl erst nach der Errichtung der Burg
als Straßendorf. Ortenberg war Gerichtsort für folgende Gemeinden:
Ortenberg mit Käfersberg, Zell-Weierbach mit Oberrammersweier,
Goldscheuer mit Kittersburg und Marlen.
1497 wurde die heutige Bühlwegkirche erbaut. Kirchlich war sie
eine Filiale von Offenburg. Vermutlich stand auf diesem Platz früher
bereits eine Kirche.
1678 wurde die Burg Ortenberg zerstört. Der Verwaltungssitz kam
nach Offenburg. In der Zeit von 1700 bis 1771 beliehen die Habsburger
mit Burg und Dorf Orten berg die Markgrafen von Baden-Baden.
Von da an war Ortenberg wieder Teil von Habsburg-Österreich, bis
zum Ende des alten Reiches 1803.
Der Ort gehörte bis 1787 zur Pfarrei Offenburg. Filialkirche in
Ortenberg war die Bühlwegkirche. Von 1787 bis 1823 war die Bühlwegkirche selbstständige Pfarrkirche von Ortenberg. Mit der Errichtung der heutigen Pfarrkirche wurde sie wieder zur Filialkirche.
1805 kam Ortenberg an den neu geschaffenen badischen Staat.
1823/1824 wurde die heutige Pfarrkirche als Bau des Klassizismus in
den unteren Dorfmatten errichtet. 1838-1843 ließ der baltische
Kaufmann Gabriel Leonhardt von Berckholtz (1781-1863) die Burg
Ortenberg von Jakob Friedrich Eiseniohr (1805-1855) errichten, im englisch-neugotischen Stil, unter Verwendung älterer Teile.
Schon in den Jahren 1700-1790 wurde ein Kirchenneubau geplant.
Die Bühlwegkirche war längst zu klein geworden (Zunahme von
Landwirtschaft und Bevölkerung im 18. Jh.). Bereits 1789 wurden
Risse und Kostenanschläge Für eine neue Pfarrkirche in Ortenberg an
die Regierung gesandt, die jedoch keine Verwendung fanden.