Der materielle Wohlstand im Globalen Norden beruht auf globalen Rohstoffketten – doch die ökologischen und sozialen Kosten tragen überwiegend Menschen im Globalen Süden. Rohstoffabbau ist oft verbunden mit Umweltzerstörung, Landraub, gesundheitlichen Belastungen und prekären Arbeitsbedingungen, während Wertschöpfung und Konsum anderswo stattfinden.
In seinem Vortrag beleuchtet Frank Herrmann die Zusammenhänge zwischen Konsum, Klimakrise und historisch gewachsenen Ungleichheiten. Er zeigt, wie koloniale Machtverhältnisse und ungleiche Handelsstrukturen bis heute eine ungleiche Verteilung von Emissionen und Umweltfolgen prägen. Zugleich diskutiert er, wer profitiert, wer die langfristigen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Kosten trägt – und welche Wege es zu mehr globaler Gerechtigkeit gibt: von verändertem Konsum über faire Handelsbeziehungen bis hin zu einer sozial gerechten ökologischen Transformation.
Über Frank Herrmann
Frank Herrmann hat rund 20 Jahre in Lateinamerika gelebt, wo er als Entwicklungsexperte und Reiseleiter tätig war. Aus dieser Zeit stammen die Stefan Loose-Reiseführer „Peru/Westbolivien“ und „Guatemala“. Seine Erfahrungen vor Ort flossen in den Einkaufsratgeber „Fair einkaufen – aber wie?“ und das ITB Award-prämierte „FAIRreisen – Handbuch für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen“ ein. Zuletzt erschien „Der Mächtigen Zähmung. Warum Konzerne klare Spielregeln brauchen“, und 2026 folgt „Direkt. Einkaufen (fast) ohne Supermarkt“.
Der Betriebswirt ist begeisterter Radfahrer und Erfinder der „Fairen Biketour“ – eine Kombination aus Fahrradtour, Vorträgen zu nachhaltigen Themen und einer Spendenaktion für Kinder.